Aktuelles

Quelle: OHZ vom 12.06.2020 (Michael Kuhr)

Der „Aufstand der Zwerge“

Da haben die kleinen Parteien in der Gemeinde Bosau der CDU aber mal richtig gezeigt, wo der Hammer hängt. Ohne Rücksicht auf die Beschädigung von Bürgermeister Eberhard Rauch prügelten SPD, Grüne, BfB und FDP indirekt auf den Bürgermeister ein. Ihre vollmundigen Beteuerungen, mit ihrem Vorstoß nicht dem Bürgermeister das Misstrauen aussprechen zu wollen, blieben Lippenbekenntnisse. Zu durchschaubar war das unsägliche Vorhaben.

Wer tatsächlich die in der Hauptsatzung festgesetzten Wertgrenzen für Bürgermeister-Entscheidungen in Bosau mit den anderen Gemeinden des Amtes Großer Plöner See vergleicht, der hat offenbar in Mathematik nicht aufgepasst. Als größte der zusammen zehn Gemeinden im Amt zahlt die Gemeinde Bosau mindestens die Hälfte der Amtsumlage. Bosau hat 15 Ortschaften und acht Feuerwehren und ist mit dem kleinen Wittmoldt nicht vergleichbar. Der Vergleich mit den anderen neun Gemeinden hinkt und legt den tatsächlichen Hintergrund für die zweifelhafte Entscheidung offen.

Künftig werden mehr Aufgaben auf den Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss zukommen. Ein Ausschuss unter dem Vorsitz des grünen Bürgermeister-Kritikers Frank-Michael Sobieski – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der Ausschuss schafft seine Tagesordnung schon schwer an einem Sitzungsabend und benötigt oft genug zwei. Aber egal: dann werden es eben drei Abende und deutlich mehr Sitzungsgelder. Die CDU ging mit Abstand als stärkste Partei aus der jüngsten Kommunalwahl hervor, bildet die mit Abstand stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung und stellt den ersten ehrenamtlichen Bürgermeister. Der von den Wählern so deutlich erteilte Arbeitsauftrag durch einen „Aufstand der Zwerge“ so zu torpedieren, verbietet sich.

 

Quelle: OHZ vom 12.06.2020 (Michael Kuhr)

Neue Hauptsatzung sorgt für eine hitzige Debatte

SPD, BfB, Bündnis-Grüne und FDP senkten gemeinsam die Wertgrenzen für den Bürgermeister drastisch

Michael Kuhr Hutzfeld Mit zehn Stimmen von SPD, FDP, Grünen und BfB (Petra Knapp fehlte) änderte die Bosauer Gemeindevertretung am Mittwochabend die gemeindliche Hauptsatzung. Eigentlich kein Staatsakt. Doch Kritiker der CDU-Fraktion und selbst auch Bürgermeister Eberhard Rauch (CDU) entdeckten mit dem Vorgehen ein verstecktes persönliches Misstrauensvotum gegen den Bürgermeister.

Denn: Mit der Änderung der Hauptsatzung wurden die Wertgrenzen der Entscheidungen des Bürgermeisters bis auf zehn Prozent und mehr der Ausgangssumme gesenkt (der OHA berichtete). Durfte Rauch bisher verschiedene Entscheidungen bis zu Wertgrenzen von 25.000 Euro treffen sind es jetzt meistens noch 2500 Euro oder sogar 1500 Euro. Die jetzt geänderte Satzung ist gerade mal etwas mehr als ein Jahr gültig und war zuvor im Hinblick auf die neue ehrenamtliche Bürgermeistertätigkeit gestaltet worden.

Die künftigen Entscheidungen in entsprechenden finanziellen Größenordnungen werden daher nicht mehr vom Bürgermeister getroffen werden, sondern in den Ausschüssen. Dort wartet zum Beispiel Frank Sobieski (Grüne), Vorsitzender des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses und einer der Initiatoren der Änderung der Hauptsatzung. Er verfügt dort mit Grünen, SPD, FDP und BfB über die Mehrheit gegen die vier CDU-Ausschussmitglieder.

Vertreter von SPD, Grünen und FDP gaben an, Bosau mit anderen Kommunen im Amt Großer Plöner See verglichen und so die neuen Wertgrenzen ermittelt zu haben. „Wir wollen die Verantwortung jetzt anders verteilen“, sagte Birgit Steingräber-Klinke (SPD). Sie wollte den Vorgang nicht als Vertrauensverlust gegenüber Bürgermeister Eberhard Rauch gewertet wissen: „Wir wollen mehr Transparenz, Informationsfluss und an Entscheidungen teilhaben.“

Auch Dr. Joachim Rinke (FDP) vermisst Transparenz bei Eberhard Rauch. Er kritisierte gemeindliche Zustimmung zu Bauvorhaben, von denen er – Rinke – nichts wisse: „Wir wollen jetzt alles sehen.“ Er habe die Wertgrenzen der anderen Gemeinden im Amt Großer Plöner See gesehen. Auch Holger Marohn (FDP) fühlte sich schlecht informiert und versicherte: „Es geht hier nicht gegen Eberhard Rauch persönlich.“ Andreas Knapp (BfB) geht es gar nicht so sehr um die Wertgrenzen, sondern um das gemeindliche Einvernehmen zum Beispiel zu Bauvorhaben: „Es geht um ein bisschen mehr Demokratie.“ Frank-Michael Sobieski (Grüne) gab an, dass die neue Hauptsatzung mit den neuen Wertgrenzen bereits von der Kommunalaufsicht geprüft worden sei. André Schnathmeier von der Amtsverwaltung ergänzte, dass allerdings vier Punkte inhaltlich abgeändert werden mussten.

Die Beteuerungen, es gehe nicht um Misstrauen gegenüber dem Bürgermeister wollte Thomas Ehlers (CDU) nicht so recht glauben. Rauch habe keine Verfehlungen begangen oder die Wertgrenzen nicht überschritten. Ehlers fürchtet mehr Arbeit, mehr Schreiberei und forderte: „Sie sollten ein bisschen mehr Vertrauen in unseren Bürgermeister haben.“

CDU-Fraktionschef Jochen Veen erinnerte die oppositionellen Kritiker an die erste vor etwas mehr als einem Jahr in Kraft getretene neue und ans Ehrenamt angepasste Hauptsatzung der Gemeinde Bosau. Er könne sich keinen Reim darauf machen, warum die damals einmütig festgelegten Wertgrenzen heute keinen Bestand mehr haben sollten und fürchtete, dass der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss mit noch mehr Aufgaben völlig überfordert sei.

„Das sieht nach massivem Misstrauen gegenüber Eberhard Rauch aus“, zeigt sich Veen sicher. Er sah auch den Vergleich der Wertgrenzen der Gemeinden des Amtes Großer Plöner See als falsch an. Bosau sei mit über 3000 Einwohnern die mit Abstand größte Gemeinde. Keine andere Gemeinde im Amt habe acht Feuerwehren oder 15 Ortschaften zu betreuen. Veen empfahl den Vergleich mit der Gemeinde Süsel.

Der Bosauer CDU-Fraktionschef befürchtete zudem erheblichen Verwaltungsaufwand, steigende Sitzungsgelder und Verwaltungskosten: „Das wären unnötige Ausgaben, die am Ende von den Bürgern zu tragen sind.“ SPD, BfB, Grüne und FDP seien „nicht für Bosau, sondern für sich selbst tätig“.

André Schnathmeier aus der Amtsverwaltung legte Zahlen auf den Tisch: „Wenn eine Entscheidung oberhalb der neuen Wertgrenze ansteht muss immer das Gremium einberufen werden, das geht nicht per Telefon“, bestätigte er CDU-Befürchtungen. In dringenden Fällen könne der Bürgermeister Eilentscheidungen treffen, die später genehmigt werden müssten. Für die zusätzlichen Sitzungen seien Sitzungsgelder von 22 Euro pro Mitglied und Sitzung erforderlich: 418 Euro für eine Sitzung der Gemeindevertretung und 198 Euro für eine Ausschusssitzung. Hinzu kommen erhöhter Personalaufwand und Personalkosten.

Eberhard Rauch selbst fürchtete durch die neue Hauptsatzung zusätzlichen Aufwand für die Verwaltung, die jetzt schon stark belastet sei. Darunter litten bereits andere Vorhaben. Statt Haushaltskonsolidierung gebe es neue Defizite und Schulden, die eigentlich vermieden werden sollten. Aber auch die Ehrenamtler würden stärker belastet. „Ich sehe Ihren Antrag nicht als Ausdruck des Vertrauens an, werde der neuen Hauptsatzung aber Folge leisten“, sagte ein sichtlich enttäuschter Eberhard Rauch, der ein „gewaltiges Fragezeichen“ hinter die neue Hauptsatzung setzte.

Erstmals nach seinem Ausscheiden war der ehemalige Bosauer Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) Gast in der Vertretung. Er verließ kopfschüttelnd noch vor der namentlichen Abstimmung die Fritz-Latendorf-Turnhalle in Hutzfeld.

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CDU Bosau widerspricht Windkraft-Gegnerin

„Unrichtige Behauptungen“ wirft Jochen Veen, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bosauer Gemeindevertretung, der Gemeindevertreterin Cornelia Frerichs vor.

Veen reagiert damit auf Äußerungen der Sprecherin des Vereins „Lebenswertes Bosau“ und der „Bosauer Bürgerinitiative (BBI) Gegenwind Holsteinische Schweiz“ in dem Zeitungsbericht „Die Stimmung ist gegen Windkraft“ (OHA vom 22. Januar). Cornelia Frerichs Äußerungen zum angeblichen Verhalten der CDU-Vertreter und deren Einstellung zur Windenergie dürften nicht unwidersprochen bleiben, stellt Jochen Veen fest.

Unrichtig sei die Behauptung von Frerichs, CDU-Gemeindevertreter hätten sich in Kiekbusch zu einer Windkraft-GmbH zusammengeschlossen. „An der Windkraft-GmbH ist kein Gemeindevertreter der CDU beteiligt“, betont Veen. Die CDU-Gemeindevertreter hätten auch nicht, wie von Cornelia Frerichs ausgeführt, geschlossen mit der Bürgerinitiative Gegenwind gegen Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet Bosaus gestimmt.

Die CDU habe keine ablehnende Haltung gegenüber alternativen Energiequellen auf dem Gebiet der Gemeinde, führt Veen weiter aus. Im Gegenteil: In Kenntnis der notwendigen Schutzmaßnahmen für Umwelt und Natur und ebenso in Kenntnis des Verbrauchs der vorhandenen Energieressourcen sei es zwingend erforderlich, ergebnisneutral über neue Energiequellen nachzudenken. Dieses gelte selbstverständlich auch für Windkraftanlagen, die erforderlich sind, um einen gesunden Energiemix und damit die Sicherheit der Energieversorgung aller Bürger und Bürgerinnen zu gewährleisten.

„Auswirkungen sorgfältig prüfen“ Jochen Veen: „Insoweit überprüft die CDU Bosau mit aller Sorgfalt, welche Auswirkungen die geplanten Windkraftanlagen auf die Umwelt und auf die in der Gemeinde Bosau lebenden Menschen haben.“ Der Christdemokrat erklärt weiter: „Wir alle müssen durch die Einführung neuer Techniken auch Veränderungen in unserer Lebensqualität hinnehmen. Insoweit können wir nicht sagen: ‚Mich stört die Windkraftanlage bei uns, stellt sie doch anderswo auf.‘ Eine derartige Denkweise widerspricht jeglichem demokratischen Gemeinsinn.“

Bosauer CDU-Gemeindevertreter seien somit für Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Gemeinde, wenn die Auswirkungen einer Windkraftanlage auf deren Umfeld in einem zu duldenden Umfang lägen, stellt Veen klar.

Quelle: Ostholsteiner Anzeiger vom 24.01.2020

CDU OV und CDU Fraktion besucht den Landtag am 12.12.2019

Dörferquiz 2019

„Die Mannschaft des CDU-Ortsverbandes Bosau erreichte bei dem Dörferquiz 2019 in  der Gemeinde Bosau einen hervorragenden 2.Platz. 
Mit nur einen Punkt Vorsprung wurde die Mannschaft des BSV Sieger.
Der 3. Platz ging an die Dorfschaft Bosau.
Ausrichter des Dörferquiz 2020 ist die Dorfschaft Braak.“

 

Unser ehrenamtlicher Bürgermeister (ab 01.04.2019)
stellt sich vor.


Moin, moin liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Ich heiße Eberhard Rauch.
Im Jahre 1943 wurde ich in München geboren.
Ich bin geschieden und habe vier Kinder, fünf Enkel und zwei Urenkel.
Seit dem Jahr 2000 lebe ich in Bosau und fühle mich hier sehr wohl.
Neben der Fliegerei ist die Malerei mein großes Hobby.
Seit 2015 habe ich eine eigene Kunstgalerie mit kleiner Gastronomie “Im Dorf” in Bosau.
Schauen Sie doch mal vorbei!



Mein beruflicher Werdegang

Als Berufssoldat im Radarführungsdienst der Luftwaffe war ich Abteilungskommandeur und danach Referent in der Hauptabteilung Rüstung des Bundesverteidigungsministeriums.
Zuletzt war ich zu einer NATO-Agentur abgeordnet. Dort war ich verantwortlich für die Modernisierungsplanung der NATO-AWACS-Flotte.
Nach meinem Eintritt in den Ruhestand 2000 übte ich zehn Jahre eine Beratertätigkeit für einen der weltweit größten Hersteller von Flugzeugtriebwerken (CFM International) aus.
Von 2006 bis 2017 war ich Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön.



Mein politisches Leben in Bosau

Seit 2002 bin ich Mitglied der CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung.
Von 2003 bis 2005 war ich Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Bosau.
In der Zeit von 2008 bis 2018 übte ich das Amt des Vorsitzenden des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses aus.
Von 2003 bis 2018 war ich II. bzw. III. Stellvertreter des hauptamtlichen Bürgermeisters und seit der Kommunalwahl 2018 bin ich I. Stellvertreter.



Meine Ziele

Ich strebe einen reibungslosen Übergang von der hauptamtlichen Verwaltung der Gemeinde Bosau zur Leitung durch einen ehrenamtlicher Bürgermeister an.
Dabei zähle ich auf eine enge und kooperative Zusammenarbeit mit dem Amt Großer Plöner See, das in Zukunft für die Verwaltung der Gemeinde verantwortlich sein wird.
Zu meinen Zielen gehört die Verbesserung der finanziellen Ausstattung durch gesicherte Einnahmen als Grundlage für die Optimierung der Lebensqualität aller Bürger.
Ebenso wichtig ist mir die Infrastruktur. Dazu zählt neben dem Ausbau des schnellen Internets die flächendeckende Erreichbarkeit per Handy, eine bessere Anbindung
aller Dörfer an den ÖPNV und eine nachhaltige Unterhaltung der Gemeindestraßen.
Als Voraussetzung für den Zuzug junger Familien liegt mir darüber hinaus die Schaffung von Bauland, der Erhalt des Schulstandortes Hutzfeld und der erforderlichen Kitaplätze am Herzen.
Zu meinen Zielen gehört außerdem ein gesicherter Brandschutz, die Möglichkeit der weiteren Ansiedlung von Gewerbe und nicht zuletzt die Förderung des Tourismus
als wichtigstem Standbein der Wirtschaft in der Gemeinde.
Dabei zähle ich auf die Mitwirkung und Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger.

 

 

Quelle: OHZ vom 12.06.2020 (Michael Kuhr)

Neue Hauptsatzung sorgt für eine hitzige Debatte

SPD, BfB, Bündnis-Grüne und FDP senkten gemeinsam die Wertgrenzen für den Bürgermeister drastisch

Michael Kuhr Hutzfeld Mit zehn Stimmen von SPD, FDP, Grünen und BfB (Petra Knapp fehlte) änderte die Bosauer Gemeindevertretung am Mittwochabend die gemeindliche Hauptsatzung. Eigentlich kein Staatsakt. Doch Kritiker der CDU-Fraktion und selbst auch Bürgermeister Eberhard Rauch (CDU) entdeckten mit dem Vorgehen ein verstecktes persönliches Misstrauensvotum gegen den Bürgermeister.

Denn: Mit der Änderung der Hauptsatzung wurden die Wertgrenzen der Entscheidungen des Bürgermeisters bis auf zehn Prozent und mehr der Ausgangssumme gesenkt (der OHA berichtete). Durfte Rauch bisher verschiedene Entscheidungen bis zu Wertgrenzen von 25.000 Euro treffen sind es jetzt meistens noch 2500 Euro oder sogar 1500 Euro. Die jetzt geänderte Satzung ist gerade mal etwas mehr als ein Jahr gültig und war zuvor im Hinblick auf die neue ehrenamtliche Bürgermeistertätigkeit gestaltet worden.

Die künftigen Entscheidungen in entsprechenden finanziellen Größenordnungen werden daher nicht mehr vom Bürgermeister getroffen werden, sondern in den Ausschüssen. Dort wartet zum Beispiel Frank Sobieski (Grüne), Vorsitzender des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses und einer der Initiatoren der Änderung der Hauptsatzung. Er verfügt dort mit Grünen, SPD, FDP und BfB über die Mehrheit gegen die vier CDU-Ausschussmitglieder.

Vertreter von SPD, Grünen und FDP gaben an, Bosau mit anderen Kommunen im Amt Großer Plöner See verglichen und so die neuen Wertgrenzen ermittelt zu haben. „Wir wollen die Verantwortung jetzt anders verteilen“, sagte Birgit Steingräber-Klinke (SPD). Sie wollte den Vorgang nicht als Vertrauensverlust gegenüber Bürgermeister Eberhard Rauch gewertet wissen: „Wir wollen mehr Transparenz, Informationsfluss und an Entscheidungen teilhaben.“

Auch Dr. Joachim Rinke (FDP) vermisst Transparenz bei Eberhard Rauch. Er kritisierte gemeindliche Zustimmung zu Bauvorhaben, von denen er – Rinke – nichts wisse: „Wir wollen jetzt alles sehen.“ Er habe die Wertgrenzen der anderen Gemeinden im Amt Großer Plöner See gesehen. Auch Holger Marohn (FDP) fühlte sich schlecht informiert und versicherte: „Es geht hier nicht gegen Eberhard Rauch persönlich.“ Andreas Knapp (BfB) geht es gar nicht so sehr um die Wertgrenzen, sondern um das gemeindliche Einvernehmen zum Beispiel zu Bauvorhaben: „Es geht um ein bisschen mehr Demokratie.“ Frank-Michael Sobieski (Grüne) gab an, dass die neue Hauptsatzung mit den neuen Wertgrenzen bereits von der Kommunalaufsicht geprüft worden sei. André Schnathmeier von der Amtsverwaltung ergänzte, dass allerdings vier Punkte inhaltlich abgeändert werden mussten.

Die Beteuerungen, es gehe nicht um Misstrauen gegenüber dem Bürgermeister wollte Thomas Ehlers (CDU) nicht so recht glauben. Rauch habe keine Verfehlungen begangen oder die Wertgrenzen nicht überschritten. Ehlers fürchtet mehr Arbeit, mehr Schreiberei und forderte: „Sie sollten ein bisschen mehr Vertrauen in unseren Bürgermeister haben.“

CDU-Fraktionschef Jochen Veen erinnerte die oppositionellen Kritiker an die erste vor etwas mehr als einem Jahr in Kraft getretene neue und ans Ehrenamt angepasste Hauptsatzung der Gemeinde Bosau. Er könne sich keinen Reim darauf machen, warum die damals einmütig festgelegten Wertgrenzen heute keinen Bestand mehr haben sollten und fürchtete, dass der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss mit noch mehr Aufgaben völlig überfordert sei.

„Das sieht nach massivem Misstrauen gegenüber Eberhard Rauch aus“, zeigt sich Veen sicher. Er sah auch den Vergleich der Wertgrenzen der Gemeinden des Amtes Großer Plöner See als falsch an. Bosau sei mit über 3000 Einwohnern die mit Abstand größte Gemeinde. Keine andere Gemeinde im Amt habe acht Feuerwehren oder 15 Ortschaften zu betreuen. Veen empfahl den Vergleich mit der Gemeinde Süsel.

Der Bosauer CDU-Fraktionschef befürchtete zudem erheblichen Verwaltungsaufwand, steigende Sitzungsgelder und Verwaltungskosten: „Das wären unnötige Ausgaben, die am Ende von den Bürgern zu tragen sind.“ SPD, BfB, Grüne und FDP seien „nicht für Bosau, sondern für sich selbst tätig“.

André Schnathmeier aus der Amtsverwaltung legte Zahlen auf den Tisch: „Wenn eine Entscheidung oberhalb der neuen Wertgrenze ansteht muss immer das Gremium einberufen werden, das geht nicht per Telefon“, bestätigte er CDU-Befürchtungen. In dringenden Fällen könne der Bürgermeister Eilentscheidungen treffen, die später genehmigt werden müssten. Für die zusätzlichen Sitzungen seien Sitzungsgelder von 22 Euro pro Mitglied und Sitzung erforderlich: 418 Euro für eine Sitzung der Gemeindevertretung und 198 Euro für eine Ausschusssitzung. Hinzu kommen erhöhter Personalaufwand und Personalkosten.

Eberhard Rauch selbst fürchtete durch die neue Hauptsatzung zusätzlichen Aufwand für die Verwaltung, die jetzt schon stark belastet sei. Darunter litten bereits andere Vorhaben. Statt Haushaltskonsolidierung gebe es neue Defizite und Schulden, die eigentlich vermieden werden sollten. Aber auch die Ehrenamtler würden stärker belastet. „Ich sehe Ihren Antrag nicht als Ausdruck des Vertrauens an, werde der neuen Hauptsatzung aber Folge leisten“, sagte ein sichtlich enttäuschter Eberhard Rauch, der ein „gewaltiges Fragezeichen“ hinter die neue Hauptsatzung setzte.

Erstmals nach seinem Ausscheiden war der ehemalige Bosauer Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) Gast in der Vertretung. Er verließ kopfschüttelnd noch vor der namentlichen Abstimmung die Fritz-Latendorf-Turnhalle in Hutzfeld.

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